Unsere So-far-Story

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Ein Interview mit dem weltbesten Texter des HOCH5 Verlags

Es gibt diese Geschichten, bei denen man gerne ganz von Anfang an dabei gewesen wäre. Als da die drei Kumpel Sebastian, Finn und Patrick waren, die sich immer trafen und irgendwie auch immer Gin tranken. Also in Maßen, nicht in Massen. Aber sie entwickelten im Laufe der Zeit – im Sommer 2014 – ein veritables Gefühl für das, was einen Gin ausmacht. Und das, wonach er schmecken sollte. Vor allem aber entwickelten sie eine beeindruckende Altglassammlung, die irgendwie zu schade war, um sie zum Container zu tragen.

Also wogen die drei die schönsten Flaschen in den Händen, drehten und wendeten sie und fragten sich, ob sie nicht so was auch mal machen sollten. Wollten sie ja eh. Gin brennen. Nicht als Winzling im Keller, nicht im Verborgenen, für den Eigengebrauch, sondern für echte Gin-Kenner.
Das, was man braucht, um Gin herzustellen, bekommst du um die Ecke. Das, was du brauchst, um guten Gin herzustellen, kannst du nicht kaufen. Da gilt der doofe Satz mit dem Probieren und Studieren und so tranken die drei weiter Gin und Tonic, und vor allem Gin und gar nicht mal so viel Tonic. Probierten aus, verwarfen wieder, schnupperten, kosteten und hatten am Ende eine Mischung gefunden, deren Rezeptur nicht im Tresor landen muss. Es sei kein Hexenwerk, da nehmen sie Anfängern gerne die Angst, den Respekt. Aber es dauere halt. Bis nicht nur die eigenen Gaumen zufrieden waren, sondern auch die Frauen, Freunde, Eingeweihten den Daumen hoben. Kann man so machen. Einen Gin, der nicht so sehr nach Wacholder schmeckt, sondern in Richtung Obstler geht. Kann man vor allem nicht alleine machen, so einen Gin. Also haben die drei ihren befreundeten Brenner in Kail aufgesucht. Einen Spezialisten in seinem Fach. Und lassen da nun nach ihrem Rezept brennen.

Am Ende füllen sie selber ab. Flasche für Flasche. Schreiben selber drauf, welcher Batch das gerade ist. Handgemacht eben.

Wir treffen die Macher auf einer dieser Partys, die klein und gemütlich sind. Man sitzt draußen, das Lagerfeuer sprüht Funken, das Auge unterscheidet nur noch zwischen dunkel und zu dunkel. Wir wiegen die Gin-Flasche in den Händen, die satt darin liegt. Gin Luum haben die drei ihren Gin getauft, so wie die Biolumineszenz, dem Meeresleuchten, bei dem im Frühjahr 2014 vor Sylts Westküste Wellen blau-grün aufblitzten und das Wasser zum Glitzern brachten.

Über den Geschmack von Gin zu reden, ist nicht nur zu später Stunde schwierig, Hände und Füße müssen helfen, um zu erklären, dass der Gin von der Tanke mit dem Gin in den Händen nicht vergleichbar sei und es eben kein Gesöff sei, das man herunterspüle, um danach irgendwie lockerer, irgendwie lustiger zu sein. Nur sind die drei auch keine dieser Spezialisten, die das Glas erst minutenlang schwenken, die Nase drüber halten, den Kopf in den Nacken legen, damit sich der Duft besser im Hirn ausbreite.
Es sei halt doch nur nen Getränk. Aber nen richtig gutes. Sagen die drei und verweisen – nicht arrogant, nicht mal selbstbewusst, eher schüchtern – auf die Preise, die der Gin Luum in der Fachwelt abräumt. So schlecht könne er also nicht sein. Oder, etwas forscher formuliert: ist nen Guter. Nen richtig Guter.

Wie es sich für gute Sachen gehört, gehören sie nicht in die Nähe von mittelmäßigen Dingen. Also bitte nicht den Gin mit einem billigen Tonic mischen. Schmeckt viel zu bitter, zu sauer, zu dagehtjaderganzeGingeschmackunter. Dann lieber ein wenig mehr investieren, z.B. das 1724-Tonic kaufen, der für Geschichtsunkundige irgendwie nach Christoph Kolumbus klingt und vor allem eins kann: den Gin Luum perfekt unterstützen.

Wer noch mehr rauskitzeln will, aus Gin und Gaumen, der schneide einen Twist von einer Orange, lege einen Rosmarinzweig hinzu, kühle das Ganze mit viel Eis, komme sich ein wenig vor wie James Bond, auch wenn der nie Gin trinkt und nippt erst, trinkt zögerlich, dann in größeren Zügen. Und versteht dann, warum die Holzkiste mit ebensolcher Wolle innendrin längst die Stadtgrenzen von Münster überschritten hat. Die Karte, auf der zu sehen ist, wo es alles den Gin der drei gibt, wächst.

Irgendwie ist ein Hype drauf, sagt Sebastian zu später Stunde. Es klingt ein bisschen wie: wir wüssten auch gerne, warum. Aber das sagt er nicht. Er ahnt es ja. Es wird an der lockeren Art der Herangehensweise liegen, wenn du etwas machst, das nicht betriebswirtschaftlich getrieben ist. Sondern von Neugierde und Leidenschaft.

All das: Ein Hobby. Mit Potenzial.

Die Dry Gin Crew

  • abfuellung

    Sebastian Bung

  • drinks

    Patrick Rosenberger

  • beschriftung

    Finn Danker

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